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Setzt der Naturwissenschaft die Krone auf

Was ist die Naturwissenschaft? 

Die Naturwissenschaft beschäftigt sich mit dem Aufbau der Natur. Dazu gehören Gesetzmäßigkeiten, Zusammenhänge und den daraus resultierenden Konsequenzen. Ziel der Naturwissenschaften ist ein besseres Verständnis der Natur, damit der Mensch innerhalb dieser Gesetzmäßigkeiten handelt und lebt. Dieses tiefere Wissen um die Natur soll ihm zur Meisterschaft über jene verhelfen und damit einhergehend zum besten Diener der Natur.
Laut Schopenhauer ist die Natur, also die Welt, zum Dasein drängender Wille. Dieser Wille erscheint als Leben und Fortpflanzung. Wille ist nichts anderes als Befehl. Wie erkennen wir Menschen den Befehl für die Natur? Bei Pflanzen, Tieren und den Menschen ist es die DNA, die vorschreibt, wie diese Lebewesen am Ende sind. Sie sind dann und der Wille ist erkennbar. Das ist das Reich, in dem der Mensch zu agieren hat. Hier wird er geboren, um als Diener des Willens zu wirken.
Arthur Schopenhauer wurde vor der Gentechnik geboren, doch für ihn wäre bestimmt das Brechen und der mit Gewalt umgelenkte Wille undenkbar und das dümmste, was der Mensch nur machen kann. Hier spaltet sich die scheinbare Willensfreiheit in zwei Wege, die er beschreiten kann. Der erste Weg ist der des Tyrannen. Auf diesem Weg respektiert er alles Seiende nicht als Befehl des Willens, sondern lernt nur, wie man die Befehle umprogrammieren kann, um die Natur nach seinem Willen zu formen. Diese Gewaltanwendung ohne Rücksicht auf die Konsequenzen ist typisch für Tyrannen.
Der zweite Weg ist der bewusstere. Hier lernt man innerhalb des Willens diesem ohne Widerstand zu folgen und somit mit mehr Respekt, Rücksicht und Verantwortung zu handeln. Der Mensch soll jeden erschienenen Befehl des Willens seinen Platz einräumen und sich ihm dementsprechend verhalten. Er muss gerechter und weiser agieren; mehr wie ein König statt eines Tyrannen. Diplomatisch werden alle Rechte der Lebewesen abgewogen und bei genommenen Rechten wird um Ausgleich bemüht. Ein Beispiel ist das Pflanzen eines Baumes für das Fällen eines Baumes. Dieser Weg ist der Weg des Menschen als Krone der Schöpfung. Ein König hat die Verantwortung über das ganze Reich. Das führt dazu, dass er wacher und bewusster ist in seinem Alltag. Ein König achtet die Rechte aller seiner Untertanen und setzt seine ihm Untergebenen zum Wohl aller ein. Das gleiche sagt Schopenhauer in Bezug auf den Umgang mit Tieren.“ Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“ Ein König regiert seine Untertanen gerecht, weil er sich selbst kennengelernt hat und wahres Wissen über seine Natur hat. Darum ist seine Beziehung zum Willen eine gute. Viele Menschen der heutigen Zeit sind beziehungsgestört. Sie haben eine gestörte Beziehung zum Schöpfer, damit natürlich auch zu sich selbst, zu anderen, zu ihrer Sexualität, ihrem Geschlecht und so weiter.
Schopenhauer hat durch seine eigenen Beobachtungen und noch wichtiger Erfahrungen gezeigt, wie man seine Beziehungen verbessert; er ist also auch ein Beziehungsratgeber. Um die Beziehung zum Schöpfer zu verbessern, braucht man nur dessen Essenz zu akzeptieren. Er ist der Eine, der Schöpfer und der Wille zum Sein. Aus welchen Grund erschafft man etwas? Aus Liebe und Zeugnis der eigenen Größe. Wie erkennt man Liebe und Barmherzigkeit? Indem man als sekundäres Gefühl Abneigung fühlt. Diese einfache Logik half Schopenhauer dabei, seinen Geist zu kontrollieren. Das Schöpferische, das sich in seinen Schriften manifestierte, war an sich schon Zeugnis des Lebensbejahenden. Als wahrer Naturwissenschaftler wurde ihm eine gewisse Meisterschaft über die Natur anvertraut.
Schopenhauer teilte dieses Anvertrauen mit den Menschen auf seine Art; des Schreibens. Er lehrte uns maßvoll zu schlafen, essen und sich zu bewegen. Saadi, Friede auf ihm, zitierend, empfahl Schopenhauer Zeiten des Rückzuges von den Menschen, aber nur damit dann unter ihnen umso besser wirken könne. Um den Menschen ihren besten Lebensrahmen zu gewähren, empfahl er als Regierungsform die Monarchie. „ Überhaupt aber ist die monarchische Regierungsform die dem Menschen natürliche, fast so, wie sie es den Bienen und Ameisen, den reisenden Kranichen, den wandernden Elefanten, den zu Raubzügen vereinigten Wölfen und anderen Tieren mehr ist, welche alle einen an die Spitze ihrer Unternehmung stellen. Auch muß jede menschliche mit Gefahr verknüpfte Unternehmung, jeder Heereszug, jedes Schiff, einem Oberbefehlshaber gehorchen: überall muß ein Wille der leitende sein.“
Möge in uns Freunden Schopenhauers der liebende Wille weiter manifestiert werden und Schopenhauer als wahrer Menschenfreund und Naturwissenschaftler in den Herzen der Menschen Platz einnehmen.