Startseite | Medienarchiv | Denkschriften | Okzident trifft Orient

Setzt der Demokratie die Krone auf :: Ein Interview mit Sheihk Eşref Efendi

Ein Interview mit Sheih Esref Efendi, dem Sufimeister aus Berlin und Gründer der "Neuen Osmanen". Interessant zu Lesen was ein in Deutschland lebender Muslime über die Monarchie und Deutschland zu sagen hat. Nur Gott allein weiß was in den Herzen ist.

Frage:
Ich möchte etwas Weltliches Fragen, denn mich interessiert Ihre Meinung darüber. So wie ich die heutige politische Lage in Europa, besonders in Deutschland, beurteile, gibt es im Augenblick ein Tief, aber leider keine allzu großen Alternativen, damit man politisch etwas verhindern könnte. Ich merke auch in meinem Umfeld, dass das Vertrauen in die Politik, also die Politiker, fast gar nicht mehr vorhanden ist. Wie denken sie könnte man die momentanen politischen Probleme lösen?
Das war zwar keine Frage zu einer spirituellen Sache, aber vielleicht könnten Sie trotzdem eine Stellung dazu nehmen.

Sheikh Eşref Efendi:
Im Namen des Allmächtigen und Barmherzigen
Wer das Weltliche nicht auch dort hin zuordnet, wo es ebenso hingehört, hat sich für das Hier und Hiernach unwiderruflich vertan. Das heißt, man muss dem Weltlichen seinen richtigen Platz zuordnen und an der richtigen Stelle gebrauch davon machen. Man muss das Weltliche auf einem göttlichen Fundament errichten. Aber heute versucht man es umgekehrt, man versucht das Göttliche, wenn Überhaupt, auf einem weltlichen Fundament zu errichten, wodurch es jedoch seine Göttlichkeit verliert.

Denn die Welt ist eine Lüge. Auf Lügen kann man keine Wahrheit errichten. Aber auf dem Fundament der Wahrheit kann man sogar Lügen aufbauen, denn jede Lüge muss seine Kraft von einer Wahrheit nehmen. Wo es Dunkelheit gibt, kann es kein Licht geben, wo es aber Licht gibt, gibt es auch Dunkelheit. Das Weltliche existiert, weil es das Göttliche gibt. Deshalb spricht Ihre Frage sowohl das Spirituelle auch das Weltliche gleichzeitig an. Sie können das eine vom anderen nicht trennen, und deshalb ist es eigentlich auch in Ihre Frage nicht getrennt. Das ist der Grund, warum ich von meinem Großsheikh autorisiert wurde, auch sozialpolitische Fragen zu beantworten.

Sie sollten wissen, dass das spirituelle Wohlergehen eines jeden Menschen abhängig ist von der Art und Weise wie er lebt. Die Lebensweise beeinflusst das Verhalten und den Glauben.
Es heißt: „Wer nicht nach seiner Glaubensweise lebt, fängt an nach seiner Lebensweise zu glauben.“
Aber woher sollen wir wissen, welche Lebensweise nun die richtige ist? Denn jeder hat ja bekanntlich seine eigene Meinung darüber! Und wir sagen, gerade da müssen Sie aufpassen.

Die Lebensweise wird durch die Richtung der Führung eines Landes geprägt. So, wie die Führung eines Landes ist, ist auch die Lebensweise des Volkes. Und so wie das Volk ist, ist auch die Führung.

Der Schöpfer sagt darüber: „O ihr Menschen, so wie ihr seid, sind diejenigen, die euch regieren.“

Ist die Führung eines Landes richtig, so wird auch das Leben der Menschen in diesem Land dadurch richtig beeinflusst. Für eine richtige Führung aber gehören richtige Führungskräfte. Politischer Aufstieg, wirtschaftlicher Wohlstand und die Moral und der Glaube innerhalb der Gesellschaft, sind nur durch richtig und anständig erzogene Führungskräfte möglich. Um zu wissen, was in diesem System eigentlich falsch läuft, und warum die ganze Welt in Sachen Regierung und Bildung das gleiche Problem hat, müssen wir versuchen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Denn in der ganzen Welt ist heute das Vertrauen gegenüber der Politik auf dem tiefsten Punkt angekommen. Wir sollten den Grund kennen, damit wir die Krankheit überhaupt identifizieren können.

Monster statt Engel

Menschen handeln im Alter so, wie sie es als Kinder gelernt haben. Es ist sehr schwer, dass Menschen moralisch und sozial grundlegende Dinge im Alter lernen können, denn die Entwicklung des Menschen baut auf dem Fundament, das ihm in der Kindheit geschaffen wurde auf. Dieses Fundament ist jedoch in erster Linie durch die Einflüsse, die auf das Kind in den ersten sechs Jahren einwirken abhängig. Diese Einflüsse wiederum hängen von den Umständen ab, in denen sich die Eltern befinden.

Wer wird in der heutigen Zeit noch nach religiösen und moralischen Grundsätzen erzogen? Wo sind die Gebote und Verbote? Was ist aus den religiösen und moralischen Grundsätzen geworden? Besonders in Europa, legt man keinen großen Wert mehr auf sie, denn sie sind kein fundamentaler Bestandteil der schulischen Bildung der Kleinkinder. Im Gegenteil, man konfrontiert Kinder, die noch in der zweiten oder dritten Klasse sind unter dem Deckmantel der Aufklärung mit der Sexualität. Dadurch wecken sie jedoch die sexuellen Triebe vorzeitig, so dass Jungen und Mädchen frühzeitig sexuellen Kontakt miteinander haben.

Frage:
Aber ist es nicht besser, wenn man die Kinder an so etwas früh heranführt? Wir leben doch in einer Welt der Aufklärung.

Sheikh Eşref Efendi:
Ja, aber schauen sie sich das Resultat an. Ist es ein gutes oder schlechtes Resultat. Wenn sie den Wert einer Sache wissen möchten, dann müssen sie sich immer das Resultat anschauen. Das Resultat sind minderjährige Mütter und Väter, und vielleicht sogar verlassene oder in Mülltonnen geschmissene Kinder. Was kann man auch von einem Kind erwarten. Aber man darf nicht vergessen, dass diese Kinder später jene Menschen werden die die Gesellschaft formen werden. In der heutigen Schulbildung wird den Kindern eh ein Bild des Menschen präsentiert, der von den Tieren abstammt.

Wir glauben nicht an diese Theorie, aber wir können dennoch anklagen, warum sie sich dann nicht entsprechend ihrer Theorie handeln. Wo in der Natur hat man erlebt, dass Tiere aufgeklärt werden müssen, um sich fortpflanzen zu können? Bei den Tieren sagen sie es sei der Instinkt, der Mensch hat jedoch einen Verstand und fünf Sinne, wie sollte er dann nicht in der Lage sein, seine Sexualität selbst zu entdecken und zu erlernen? Man darf kleine Kinder nicht mit diesem Wissen so frühzeitig belasten, besonders in einer Phase, in der sie so stark für ihr späteres Leben geprägt werden.
Früher hat man in diesem Alter Kindern zwischenmenschliche, moralische und religiöse Grundsätze beigebracht. Jetzt hat man das himmlische und menschliche weggelassen und dem tierischen den Vorrang gegeben.

Frage:
In gewisser Weise haben Sie schon recht, aber denken Sie nicht, dass das ein bisschen zu pessimistisch ist?

Sheikh Eşref Efendi:
Wir wissen, wovon wir reden. Wenn das pessimistisch klingt, dann nur, weil es leider wirklich schon so ist. Wir brauchen uns doch nur die Kinder anzuschauen. Schauen Sie sich die Kinder an, wir haben lediglich beschrieben, was wir sehen. Aber die Sichtweise hängt immer vom Standpunkt ab. Es fŠngt mit den so genannten Kinderfilmen an, die, wenn man einmal davon absieht, dass sie gezeichnet sind, sich nicht von den Filmen, die für Erwachsene sind, unterscheiden. Im Gegenteil, sie sind sogar brutaler als die Filme der Erwachsenen, und es geht nur um das Ego in ihnen. Und nach diesen Filmen verhalten sich dann die Kinder genauso, wie sie es in diesen gesehen und gelernt haben.

Was wird den Kindern tagtäglich auf der Strasse und im Fernsehen beigebracht, Nächstenliebe oder Egoismus? Natürlich wissen die meisten Eltern, dass die Zeichentrickfilme nicht sehr zuträglich für den Charakter ihrer Kinder sind, aber wie sollen sie es vermeiden. Es wird von oberster Instanz geduldet. Es gibt kein Gesetz, das diese Dinge verbietet. Der Staat duldet es, was sollen da die Eltern tun?

Frage:
Denken sie denn wirklich, dass der Staat das fördert?

Sheikh Eşref Efendi:
Wer etwas nicht verhindert, fördert es indirekt. Wer sonst sollte in einem System etwas verändern können, wenn nicht die Führungskräfte? Sie machen die Gesetze! Was unternimmt die Führung eines Staates gegen das Schlechte, das Böse oder Unmoralische. Welche Sicherheitsmassnahmen oder Vorkehrungen hat sie gegen den Unglauben an das Gute, das Richtige und das Schöne zu bieten?
In einem Staat ist das wichtigste, den Glauben an das Gute und Richtige nicht zu verlieren. In diesem Punkt, ist der Glaube an Gott das Entscheidende. Denn der Glaube an Gott fördert die Moral und das Richtige und reflektiert das Gute wie gegenseitigen Respekt und Entgegenkommen, Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Anstand, Gemeinschaftssinn, Barmherzigkeit, Toleranz, Bescheidenheit, Freundlichkeit, Vaterlandsliebe und Treue.

Und wenn wir uns die ganze Welt anschauen, sehen wir, dass sie verrückt spielt. Egal, ob es die islamische Welt ist, die buddhistische, die christliche oder die jüdische Welt! Die ganze Welt spielt verrückt. Es gibt fast kein Land, wo keine Unruhe ist. Terror sagen sie. Aber woher kommt dieser Terror? Vom Mond, von Gott? Oder haben die Menschen ihn selbst geschaffen? Sie haben ihn ermutigt, indem sie im Namen der Demokratie oder des Volkes, Freiheit für jeden und alle versprochen haben? Freiheit und Selbstbestimmung für das Volk, Freiheit und Selbstbestimmung für Kinder, Freiheit und Selbstbestimmung für Studenten.

Was bedeutet aber Freiheit? Frei zu sein in allem, was man tut? Oder wie sollte man die Freiheit richtig definieren? Legalisierte und uneingeschränkte Freiheit oder disziplinierte und eingeschränkte Freiheit? Wenn man in einem Führungssystem einen Menschen schon als Kind anfängt, falsch zu erziehen, was könnte man dann von den Menschen dieses Führungssystem gutes erwarten können? Letztendlich werden die Führungskräfte dieser Länder eben aus jenen Menschen gewählt, die einst lernten, das eigene Ego so groß zu züchten, wie es nur geht. Und manchmal waren sie sogar diejenigen, die im Namen der Freiheit, die sie genossen haben, gegen das eigene Volk und Regime rebellierten und Steine warfen.

Frage:
Sie meinen Fischer?

Sheikh Eşref Efendi:
Fischer oder Fleischer, egal! In ihrer Jugend- und Studentenzeit hätten sich einige nicht zu träumen gewagt, irgendwann selbst an jener Spitze zu stehen, die sie einst für noch mehr Freiheit gesteinigt hatten.
by chance

So kommen bei jeder Wahlperiode die Auserwählten unter den Menschen, die ihr ganzes Leben lang in falscher Freiheit, ihren Egos ausgesetzt wurden. Was kann man da noch erwarten? Was kann man da eigentlich noch viel verlangen? Diese Menschen, die im Namen der Freiheit oder Demokratie zum bewussten oder unbewussten Rebellen erzogen wurden, werden dann „by chance“ plötzlich zum Regierenden eines Landes, in dem sie in einer der Wahlen einfach ihr Glück versuchen und als Wahlsieger herauskommen. Das Volk will in seiner ständigen Unzufriedenheit immer wieder neue Gesichter sehen und ausprobieren, in dem es immer wieder wählen geht und so seine Aggressionen loswird. Man könnte diese Reaktion des Volkes auch als eine Art legalisierter Rebellion gegen die Spitze oder Führung des Landes ansehen, die einem Putschversuch gleichkommt. Aber was macht das Volk so aggressiv und rebellisch? Wie wir am Anfang darzustellen versuchten, es ist das falsche Erziehungs- und Bildungssystem und die Führungsweise, die auf keinem himmlischen Glauben basieren, die an allem schuld sind. Wie kam es jedoch dazu?

Die französische Revolution
„Libertè, Egalitè, Fraternitè“. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Das waren die Worte, die dem Volk untergejubelt wurden, damit sie in Aufruhr gebracht werden. Man hat dem Volk eingeflüstert, dass es eben diese Dinge nicht besitzen würde, somit brachte man sie dazu, gegen den Monarchen zu rebellieren und ihn zu stürzen, um selbst die Führung zu übernehmen. Vor allem aber brachte die französische Revolution diese teuflische Tradition. Das Recht der Rebellion gegen die führende Kraft!
Deshalb wird nach dieser Tradition auch alle vier Jahre die Regierung gestürzt und eine neue ernannt, da man Traditionen ja aufrechterhalten muss. Denn die Wahlen sind immer ein Resultat der Freiheit, der Aggression und der darauf folgenden Reaktion des Volkes.

Frage:
Aber die Menschen wurden doch von den Königen unterdrückt. Sie mussten damals mit ihrem Schicksal zufrieden sein, denn sie durften ja nicht bestimmen. Jetzt können sie wenigstens bestimmen, wer an der Macht ist.

Sheikh Eşref Efendi:
Wie können sie es denn bestimmen. Gibt es in einer Wahl eine hundertprozentige Mehrheit? Es gibt immer eine Gruppe, die über eine andere bestimmt. Die Mehrheit siegt immer über die Minderheit. Wie können sie dann sagen, dass es eine Gleichberechtigung gibt? Es ist eine Lüge. Die Menschen werden betrogen, denn sie möchten betrogen werden.
Sie wollten keine Könige, weil sie sich selbst bestimmen wollten. Und, machen sie die Politik?

Was war denn so falsch an der königlichen Führung, dass die Menschen gegen ihren eigenen König hetzten? Dass immer nur einer König werden konnte und nicht jeder? Nur einer immer aus der gleichen Familie? Was hat sich eigentlich geändert?
Eigentlich nur die Familie. Aber die Art und Weise der Regierungsform ist gleich geblieben, nur das der eine gekrönt wurde und die anderen heute nicht. Aber leben tun die auch wie die Könige. Auch der König hatte seine Berater, er hatte nie selbst bestimmt, sondern sich den Rat seiner Wesire, also Berater eingeholt. Er hatte nur das letzte Wort gehabt. Aber das haben heute auch die Präsidenten und Premierminister. Es hat sich also nichts Grundlegendes geändert. Die Regierenden wohnen sogar in den Palästen der alten Könige oder benutzen sie für Staatsversammlungen. Anders ist vielleicht, dass sich die Regierenden statt alle 40 Jahre, heute alle vier Jahre ändern und ungekrönt auf den Thron steigen, um den König zu spielen.

Und das Volk bestimmt sich immer noch nicht selbst. Es scheint so, ist aber nicht so. Das Volk ist nur alle vier Jahre der König, indem es für einen Tag zum Wählen geht. Danach hört man für vier Jahre nichts mehr von ihm. Es hat nur eine Stimme und die auch nur, um einen neuen König, diesmal aus einer anderen Familie zu wählen. Das ist eine Ironie. Wenn das Volk die Politik macht, warum ist es dann niemals zufrieden und geht immer wieder neu wählen? Weil sie zufrieden sind mit der Politik? Was ist mit den Wahlergebnissen. Wir sehen, dass die Verteilung der Stimmen niemals dieselbe ist wie bei der Wahl davor. Das heißt, dass es welche gibt, die ihre Stimme einer anderen Partei geben, als vorher. Warum täten sie das, wenn es so wäre, dass die Leute, die sie wählten, so regiert hätten, wie sie es gewollt hatten. Das sind nur einfache Gedankengänge, die sich jeder stellen kann.

Frage:
Sind Sie denn gegen dieses System?

Sheikh Eşref Efendi:
Wir sind gläubige Menschen. Unser Glaube schreibt uns vor, uns an die Gesetze des Landes zu halten und nach ihnen zu handeln, ob es uns gefällt oder nicht. Aber dieses System erlaubt uns, dass wir unsere Meinung im Rahmen der Gesetze frei äußern dürfen. Wir sind nicht gegen das System, in dem wir leben, oder seine Gesetze. Aber wir sehen, dass dieses System momentan die Menschen nicht glücklich macht, und wir glauben, dass es sie nicht weiterbringen wird. Deshalb gibt es Unruhen. Wir glauben jedoch an eine Alternative. An eine, die Tausende von Jahren bestanden hat und sich bewährte. Es gibt einen heiligen Grundsatz: „Wenn man zwei übel vorfindet, sollte man unter ihnen das geringere Wählen.“
In unseren Augen ist eine reale Alternative die Monarchie. Wenn man sagt, dass sie ein übel war, denken wir, dass sie ein geringeres übel ist, als das, was heute vorherrscht.

Frage:
Aber in der Demokratie wird die Regierung durch die Opposition in einer Weise kontrolliert, wenn sie etwas falsch macht.

Sheikh Eşref Efendi:
In den Augen der Opposition macht die Regierung nie etwas richtig. Das muss auch so sein, sonst könnte sich die Opposition für die nächsten Wahlen nicht als Regierung anbieten, wenn sie alles für gut heißen würde, was die Regierung macht. Die Regierung hat das Gaspedal, aber die Opposition die Bremse. Wie soll das Auto rollen? Der eine gibt Gas, der andere bremst, denn er möchte nicht, dass der eine weiter kommt.

Damals wollten die Menschen nicht bestimmt werden, sie wollten selbst bestimmen, aber auch jetzt werden sie bestimmt. Vielleicht nicht mehr von nur einer Person, dafür aber von hunderten. Wo ist da die Logik? Ist das jetzt besser? Viele Köche verderben den Brei, sagen die Deutschen. Wie ist es dann erst wenn fünfhundert Köche in der Küche versuchen zu kochen? Dann gibt es nicht einmal einen Brei.
In der Monarchie gab es nur einen, der das Volk in seiner Einheit geeint hat. In der Demokratie werden die Menschen gespalten. Das Volk wird in Parteien gespalten, die sich gegenseitig hassen und kritisieren, wo ist da die Einheit, wenn schon im Parlament die Stühle fliegen? Heißt es nicht Einigkeit und Recht und Freiheit?

Frage:
Wenn ich Sie richtig verstehe, stehen Sie für die Monarchie.

Sheikh Eşref Efendi:
Ich bin für das Gute und wenn das Gute in der Demokratie zu finden ist, bin ich für die Demokratie. In der Monarchie wurde ein Prinz immer von der Wiege auf dazu erzogen, das Volk richtig zu regieren. Er sollte wie ein Vater für das Volk sein, und darauf hin hat man ihn auch gebildet und erzogen, was man von den regierenden Politikern nicht behaupten kann.

In einem Land gab es mal einen Politiker, der vorher Tomatenverkäufer war. Irgendwann wurde er dann, als er Politiker wurde, mit den Tomaten, die er vorher dem Volk verkaufte, selber beschossen. Eine Ironie des Schicksals.

Frage:
Was also schlagen Sie vor?

Sheikh Eşref Efendi:
Wenn wir also eine positive Umwelt, ein positives Umfeld, eine menschenfreundliche und ehrenhafte, glaubwürdige politische Führung haben wollen, müssen wir zuerst damit anfangen, unsere Kinder richtig zu erziehen. Und bei einer Erziehung ist Disziplin unumgänglich. Wo es Gebote gibt muss es auch Verbote geben. Der Mensch muss schon als Kind lernen, Verantwortung zu tragen. Nämlich, dass es für andere verantwortlich ist, und dass es die Welt mit anderen teilen muss. Die Welt ist gebunden, gebunden an seine Laufbahn. Die Menschen sind gebunden, gebunden an Eltern, gebunden an Lehrer, gebunden an Vorgesetzte und Mitmenschen und sogar, so komisch wie es auch klingen mag, gebunden an Leben und Tod! Wo also ist da die uneingeschränkte Freiheit?
Am Ende bringt das Verlangen nach uneingeschränkter Freiheit doch nur sehr großen Schaden. Deshalb wohl fordert die Neue Weltordnung nun eine eingeschränkte Freiheit. Denn die uneingeschränkte Freiheit brachte nur Terror, weil das Rebellieren letztendlich immer im Terrorisieren endet.

Frage:
Also kommt Terror auch durch falsche Erziehung und hat nicht mit dem Glauben zu tun?

Sheikh Eşref Efendi:
Richtig. Es hat nichts mit dem Glauben zu tun, aber es hat sehr wohl mit dem Unglauben zu tun. Glaube kennt keinen Terror und Terror kennt auch keinen Glauben. Egal, welchen Namen sie sich auch geben mögen, Terroristen sind Ungläubige! Denn Terror ist der falscheste Weg, den es überhaupt geben könnte und endet immer in einer Sackgasse. Es klingt vielleicht philosophisch, aber der Anfangsbuchstabe des Terrors fängt mit T an. Und genauso sieht auch das Schild einer Sackgasse aus, nämlich wie ein T. Und wenn man das T vom Terror wegnimmt, so steht dort nur noch „error“, was in der internationalen Sprache „falsch“ bedeutet. Kurz gefasst: man könnte die Bemühungen des Terrors auch als einen hoffnungslosen, in eine Sackgasse endenden, falschen Weg bezeichnen. Einen Weg auf dem es keinen Ausweg und kein Weiterkommen gibt.

Frage:
Was empfehlen Sie den Politikern?

Sheikh Eşref Efendi:
Setzt der Demokratie die Krone auf!