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Fahrt ins Grüne

Eingang Botanischer Garten Berlin

Jagdschloss Grunewald 

Das älteste noch erhaltene Schloss in Berlin aus dem Jahr 1542/43 ist das Jagschloss Grunewald in Berlin. Eine gemütliche Terrasse liegt idyllisch zum Grunewaldsee gelegen. Joachim II. Hector, Kurfürst von Brandenburg aus dem Geschlecht der Hohenzollern ließ es errichten.
Von diesem Schloss ließ er einen Dammweg zum Berliner Stadtschloss bauen. Als „Kurfürstendamm“ ist er inzwischen weltbekannt und trug über die Jahrhunderte maßgeblich zur Gestaltung der Stadt Berlin bei.
Kurfürst Joachim II. wurde vor allem für die Einführung der Reformation in Brandenburg bekannt. Auch ließ er 1539 wieder Juden ins Brandenburger Land. Er verstarb auch dem Jagdschloss während er im Winter dort mit einer Jagdgesellschaft weilte. Das Jagdschloss trug zunächst den Namen „Zum grünen Wald“ und gab so auch dem gesamten „Grunewald“ seinen Namen.
Unter Friedrich I. wurde es 1705-1708 umgebaut und bekam Barockelemente. Seit 1932 wird es als Museum genutzt. Es befinden sich darin originale Einrichtungsgegenstände und Gemälde, eine Portraitsammlung der Hohenzollern-Dynastie, Jagdgegenstände und Informationstafeln zu den jeweiligen Ausstellungsstücken und deren Benutzung. Auf einer Etage des Schlosses gibt es wechselnde Ausstellungen.
Zum Jagdschloss Grunewald gibt es zwei Zugänge. Beides sind schön angelegte Waldwege, welche von Hundebesitzern aus ganz Berlin gerne als Ausflugsziele zum Gassi-Gehen genutzt werden.
Das Museum ist überschaubar, in etwa einer Stunde kann man alles in Ruhe abschreiten und anschauen. Anschließend lädt das Hof-Café zum Verweilen ein. So kann ein Ausflug gemütlich mit Kaffee und Kuchen beschlossen werden. Der Museumsshop bietet dann noch die Möglichkeit auch ein Andenken für Freunde mitzunehmen.

Domäne Dahlem

Die Geschichte der Domäne Dahlem beginnt um 1450. Sie wird im Laufe der Jahrhunderte von verschiedenen Ritter- und Adelsgeschlechtern besessen und verwaltet. Im Jahr 1841 kauft der Preußische Domänenfiskus das Gut für 200.000 Taler. Fortan ist es kein Rittergut mehr, sondern „Königliche Domäne“. Es umfasst 540 Hektar und es wurden zu diesem Zeitpunkt etwa 1.800 Schafe und gut 80 Kühe gehalten.
Wahrscheinlich auf persönlichen Geheißt Wilhelms II. wird die Domäne ab 1901 parzelliert und aufgeteilt. Die Milchwirtschaft wird dabei von Gutsadministrator Rudolf Zarnack trotz Flächenverlusten weiter ausgebaut. Im Jahr 1911 entsteht in Dahlem die „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft“, ein deutsches Oxford. Die Verkehrsanbindung nach Dahlem wird verbessert, auch die Schnellbahn (die heutige U-Bahnlinie 3) fährt nun in den Südwesten Berlin. Teil von „Groß-Berlin“ wird Dahlem allerdings erst 1920.
Auch nach dem Krieg geht die Geschichte der Domäne weiter, bis das Stadtgut mit Milchproduktion 1976 aufgelöst wird. Fortan dient es als Landgut und Museum, dafür haben sich viele Berliner eingesetzt. Sonst wäre diese schöne Fläche sicherlich bebaut worden.
Seit 2009 ist die Domäne Dahlem selbstständig und staatliche anerkannte Stiftung bürgerlichen Rechts. Seitdem wird das Profil als „Freilandmuseum für Agrar- und Ernährungskultur mit ökologischem Schwerpunkt“ weiter entwickelt.
Die Domäne Dahlem ist unser nächster Ausflugstipp ins Grüne Berlin. Erwachsene und Kinder können gute Landluft atmen, traditionelles Handwerk bestauen, hofeigene Produkte erstehen, wie zum Beispiel Honig aus der eigenen Imkerei und natürlich auch viel über die noch immer vorhandenen Tiere erfahren. Kindergarten- und Schülergruppen können für Brotbacken, Traktor-Fahren oder andere Freizeit- und Bildungsangebote die Domäne besuchen. An normalen Tagen ist sie kostenlos geöffnet, für Führungen oder Veranstaltungen mit Gruppen wird ein kleiner finanzieller Ausgleich berechnet.
Auch Dahlem in Berlin ist also eine Reise wert. Wie sacht der Berliner so schön: Komm`se rein, könn`se rausgucken!

Botanischer Garten

Die Geschichte des Botanischen Gartens Berlin reicht tatsächlich bis ins Jahr 1573 zurück. Der Hofgärtner Desiderius Corbianus, der unter Kurfürst Johann Georg tätig war, legte die erste nennenswerte Pflanzensammlung zur Bereicherung des einheimischen Bestandes im Obst- und Küchengarten des Berliner Stadtschlosses an.
1679 wurde an der Potsdamer Straße ein Küchen- und Obstgarten an der Stelle des heutigen Kleistparks angelegt wurde. Dieser wurde durch die Initiative von Carl Ludwig Willdenow 1809 der Universität Berlin unterstellt. Diese entwickelte ihn zu einem weltweit anerkannten Botanischen Garten mit wissenschaftlichem Charakter.
Im Jahr 1888 traten erste Anregungen zur Verlegung des Botanischen Gartens auf. Die Pflanzungen sollten ausgedehnt werden, auch andere äußere Umstände und finanzielle Gesichtspunkte spielten hierbei eine Rolle. Das Gelände in der Innenstadt sollte einen guten Gewinn bringen um neue Häuser für die FU gründen und erbauen zu können.
Der in Preußen berühmte Friedrich Althoff sorgte für die Verlegung des Gartens auf das Gelände der Feldmark der Königlichen Domäne Dahlem, welches bis dahin als Kartoffelacker genutzt wurde. Er holte auch Adolf Engler nach Berlin, den damals führenden Pflanzenkundler. Dieser war nun für die botanische Gestaltung des Gartens zuständig.
Am 13. April 1903 betraten die ersten Besucher den Botanischen Garten. In wenigen Stunden besuchten in 2.500 Gäste. Erst 1904 wurde das Freigelände fertiggestellt. Erst nach der Fertigstellung aller Gebäude fand die offizielle Eröffnung im Jahr 1910 statt.
Garten und Museum wurden 1996 der Freien Universität Berlin angegliedert. Es drohte 2003 sogar die Schließung wegen umfangreicher Mittelkürzungen. Es konnten aber innerhalb kürzester Zeit 78.000 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt werden, so dass der wunderschöne Botanische Garten Berlin bis heute besteht.
In Monsanto-Zeiten gehört zu der dort verrichteten Arbeit inzwischen auch die Anlage einer umfassenden Saatgut-Bank.
Ein Besuch des Botanischen Gartens lohnt sich. Wer alles sehen und genießen will, sollte sich einen ganzen Tag lang Zeit dafür nehmen. Natürlich eignen sich Frühling und Sommer am besten für diesen Ausflug, da die Düfte und Farben der Blumen und Blüten hier richtig zur Geltung kommen.
Wir wünschen viel Vergnügen und eine erholsame Zeit.
Wir weisen Sie daraufhin, dass die Bilder nur für den privaten Gebrauch zu verwenden sind!