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Besuch des deutschen Generalkonsulats in Istanbul

Deutsches Generalkonsulat :: Haupteingang

Immer der Geschichte nach! 

Die Geschichte lebendig halten, bereits zum dritten Mal machten wir uns auf den Weg preußisch/deutsche Geschichte und Geschichten zu erleben. Im September 2012 ging es in die Türkei, an den Bosporus,die Meerenge zwischen Europa und Kleinasien. Nach Istanbul der einzigen Stadt auf zwei Kontinenten.
Otto Graf v. Bismarck sagte dereinst: "Die Liebe der Türken und Deutschen zueinander ist so alt, daß sie niemals zerbrechen wird."
Im Gespräch mit Basiretçi Ali Efendi (osmanischer Publizist und Herausgeber) August, 1871 zitiert in "Türken in Berlin 1871-1945" von Petra Kappert, Ingeborg Böer, Berlin, New York 2002. S. 24.
Die Preußisch-Osmanische Verbindung ist ebenfalls ein Schwerpunkt in unserer Vereinsarbeit. Türken gibt es bereits seit über 300 Jahre an der Spree. Die bekanntesten in Berlin dürften wohl Aly und Hassan sein, persönliche Diener der 1705 verstorbenen Preußischen Königin Sophie Charlotte. Am Sterbebett duldete Sie nur Ihren Leibdiener Aly. Das Haus in der Schloßtrasse Nr. 6 in Charlottenburg ziert bis heute eine Tafel mit der Inschrift: „Freihaus des Kammertürken Hassan,…“. Es lohnt sich die Geschichte weiter zu verfolgen dazu aber ein andermal mehr.
Für 5 Tage waren wir in Istanbul. Es ist eine sehr beeindruckenden Stadt, wahrhaft 24h lebendig. Es ist an dieser Stelle nicht möglich alles zu beschreiben, vielleicht zur gegebenen Zeit in einem Vortrag.
Wir besuchten den Topkapi-Palast (Serail), der jahrhundertelang Wohn und Regierungssitz der Osmanischen Sultane war. Architektonisch ein Meisterwerk. Bis heute werden in drei Räumlichkeiten private Besitztümer der großen Propheten der Geschichte aufbewahrt. Das Schwert des Propheten David, der Stab des Propheten Moses, der Kessel des Propheten Abraham, der Turban des Propheten Josef und noch vieles mehr. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, vor allem hört man hier bei uns in Europa nicht viel darüber. Nicht zu glauben sagen Sie?Die Pyramiden stehen ja auch seit 3000 Jahren, und immer noch findet man Artefakte im tadellosen Zustand. Die Anhänger der Propheten haben diese Dinge gesammelt und unter den Osmanischen Sultanen wurden sie an diesen Ort gebracht.
Überall in der Stadt gibt es öffentlich gestiftete Brunnen für die Bevölkerung, aus denen bis heute einwandfreies Trinkwasser entnommen werden kann. Einer davon wurde von Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. gestiftet, unweit des Topkapi-Palastes. Der sogenannte „Deutsche Brunnen“ wurde von Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. selbst entworfen, in Deutschland gebaut und nach Istanbul verschifft. Im Rahmen seiner berühmten Orientreisereise 1898 stiftete er ihn der Bevölkerung Istanbuls. Der Brunnen ist im tadellosen Zustand und das Wasser ist sehr wohlschmeckend, davon konnte ich mich überzeugen.
Ein zweiter berühmter Brunnen befindet sich auf dem Gelände des Konsulats, direkt neben dem Eingang. Dieser wurde den Deutschen von Sultan Abdulhamid II. 1906 zum Geschenk gemacht. Auch dieser ist bis heute in Betrieb.
Auf der Fahrt über den Bosporus sahen wir uns auch den Dolmabahçe-Palast an. Dort wurde Se. Maj. Kaiser Willhelm II. bei seinem Istanbul  Aufenthalt 1898 empfangen. Die Anlegestelle, an der die Yacht „Hohenzollern“ dereinst anlegte, gibt es auch heute noch! (siehe Videos)
Zwei Orte konnten wir leider aus Zeitgründen nicht besuchen. Zum einen den Şale-Kiosk. Dort wohnte die Kaiserliche Familie. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgendes: Alle Osmanischen Sultane mussten ein Handwerk erlernen. Sultan Abdulhamid II. war ein begnadeter Tischler, der extra einige Möbelstücke für den Kaiser persönlich anfertigte.
Leider war auch keine Zeit mehr den Kopfbahnhof „Haydarpascha“ im asiatischen Teil Istanbuls zu besuchen, der von 1906 bis 1909 gebaut wurde. Er kann leider nicht mehr renoviert werden und so ist geplant diesen abzureißen. Bis jetzt kann er noch besucht werden, wir hoffen das wir ihn noch besichtigen können bevor er abgerissen wird. Der Bahnhof ist Teil der sog. Bagdad-Bahn. Die dazugehörigen Bahnhöfe in Damaskus und Medina konnten wir schon besuchen. Beide sind im tadellosen Zustand und werden als Museum genutzt. Vor den Bahnhöfen steht je noch eine alte Lokomotive aus deutscher Herstellung.
Nun aber zu unserem Besuch im deutschen Generalkonsulat. Wir standen gut 30 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt am Konsulat und nutzten die Gunst der Stunde um einmal das ganze Konsulat mit seinen vielen Preußen-Adlern zu fotografieren. Aber wir hatten die Rechnung, naiv wie wir sind, ohne den Sicherheitsdienst gemacht. Binnen 3 Minuten suchte man uns auf um unsere Ausweise zu kontrollieren. Da wir im Konsulat angemeldet waren, klärte sich alles schnell auf.

Normalerweise wird das Konsulat auch für Veranstaltungen wie z.B. Konzerte genutzt. Es gibt aber keine öffentlichen Führungen. Umso mehr freute es uns das wir der erste Verein waren denen diese Ehre zu Teil wurde. Derselbe Beamte der uns kontrolliert hatte, ließ uns dann auch ins Konsulat. Das Personal, das möchte ich gleich zu Beginn erwähnen, war durchweg freundlich, zuvorkommend und pflichtbewusst! Herr Erken Efendi, mit dem wir verabredet waren führte uns durch das Konsulat. Die angesetzten 20 Minuten Führung wurden schnell zu 40 Minuten, ohne dass wir es mitbekommen hatten.
Das Gebäude wurde unter der Regierung von Sr. Maj. Kaiser Wilhelm I. errichtet und war das erste Regierungsgebäude im Ausland.
Mit freundlicher Genehmigung zitieren wir den Text von der Internetseite des Generalkonsulats:
Das Gebäude, in dem sich das heutige Generalkonsulat Istanbul befindet, wurde 1877 als erster Botschaftsneubau des Deutschen Reiches (nach dessen Gründung 1871) seiner Bestimmung übergeben. Seiner Konzeption entsprechend hat es immer sowohl die Kanzlei als auch die Residenz des Leiters unter einem Dach vereint. Bis 1926, als die Regierung der 1923 gegründeten türkischen Republik nach Ankara umzog und die ausländischen Botschaften ihr folgten, diente das Gebäude als Botschaft des Deutschen Reiches, seither als Generalkonsulat.
Trotz zahlreicher Veränderungen und Modernisierungen - die letzte umfassende Erneuerung wurde von 1983 bis 1989 durchgeführt - ist das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes mit seiner imposanten Kompaktheit sehr weitgehend erhalten geblieben. Es fehlen heute lediglich die zehn grossen auf dem Dach angebrachten Eck-Adler aus Zinkguss - mit geöffneten Schwingen und aufgerissenen Schnäbeln -, die nach dem ersten Weltkrieg entfernt wurden.
Mit seinem "Blick nach Asien", der die Orientierung des Gebäudes prägt, und seinen sechs Geschosshöhen ist der Bau einmalig unter den Botschaftsgebäuden des alten Pera. Eine Besonderheit - übrigens durch Sparsamkeit bedingt - war auch die Wahl roten Backsteins und die nur partielle Verblendung der Fassade mit hellem Naturstein.
Zwei Baumeister waren für den Entwurf und die Ausführung verantwortlich: H. Goebbels (bald nach Baubeginn verstorben) und A. Kortüm, der es vollendete. Ihm verdankt der Bau die balustradenreiche Prachttreppe auf der Gartenseite.
Außer den Diensträumen und der Wohnung des Generalkonsuls beherbergt das Gebäude auch vier Dienstwohnungen sowie die Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts. Auf dem Gelände befindet sich außerdem das Gebäude der ehemaligen Ställe und der Wagenremise - heute die Visa-Abteilung -sowie zwei Portiershäuschen. (Zitatende)
Den Treppenaufgang zieren zwei Büsten. Zu sehen sind Se. Maj. Kaiser Wilhelm I. und Se. Maj. Kaiser Wilhelm II. an der Decke des Treppenaufgangs befindet sich ein wunderbares Mosaik, das den Preußen-Adler mit Kaiserkrone und Orden zeigt. Im sog. Berlinzimmer, dem morgendlichen Konferenzraum hält eindrucksvoll Generalfeldmarschall Graf Helmuth von Moltke wacht.
Der Thronsaal mit der Kaiserloge, den großen Adlern mit Kaiserkrone und dem Hohenzollernwappen war imposant. Von seinem Balkon aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Bosporus. Der Thron war bei unserem Besuch leider nicht zugegen. Das berühmte Bildnis Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. in Osmanischer Uniform darf nicht vergessen werden zu erwähnen. 

„Sapere aude – Habe den Mut Dich Deines Verstandes zu bedienen“

Es scheint mit aller Macht daran gearbeitet zu werden, dass der Türke an sich, der Orientale oder der Muslim ein Feindbild für uns Abendländer ist. Ich frage mich, wer wohl einen Nutzen davon hat? Es geht um Identifikation. Da uns in Deutschland die Grundlage, nämlich die Identifikation mit unserem eigenen Land und Menschen schrittweise immer weiter entzogen wird, bekommen die Menschen Angst und sehen daher oft alles Fremde als Bedrohung an. Ein Mensch in Angst lässt sich wunderbar instrumentalisieren. Wir hoffen mit unserer Forschungsarbeit zur Preußisch-Osmanischen Völkerfreundschaft dazu beitragen zu können, das der ein oder andere erkennt, dass es sich lohnt an diese Freundschaft wieder anzuknüpfen.
Wir können viel lernen aus unserer Vergangenheit und sollten es auch. Es lohnt sich genau hinzusehen. Ich bin gern ein Deutscher, unser Land und Menschen sind wunderbar. Deutschland ist eine edle Nation. Und ich lerne „so Gott will“ aus den Fehlern der Vergangenheit.
Abschließen möchte ich mit Graf Otto v. Bismarck: "Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt - und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt."
Bismarck in einer Reichstagsrede 1888.
Der Glaube an Gott ist der Schlüssel. Möge er die Deutschen und ebenso alle anderen Völker der Erde schützen und der Menschheit Frieden auf Erden schenken. Frieden der so sehr gewünscht wird fragt man in der Bevölkerung.
Nichts ohne Gott und Gott mit uns!