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Weihnachten 2013-Zwischen Glaube und Vertrauen

Macht hoch die Tür,....

In der dunkelsten Zeit des Jahres liegt diese Heilige Nacht des Lichtes. Eine Nacht, in der wir selbst in den größten Städten für einige Stunden spüren können, dass die Hektik etwas weniger wird, dass ein Großteil der Menschen noch immer der Tradition folgt sich dem eigenen Herzen zuzuwenden: Dem Glauben, der Familie, der Nächstenliebe.
Niemals in der Geschichte der Menschheit geisterten so viele Zweifel und Ängste unter den Menschen umher wie heutzutage. Und sind Zweifel und Ängste nicht ein Zeichen für einen schwachen Glauben und mangelndes Vertrauen?
Wer beginnt sich ein Bild davon zu machen in welcher Zeit wir heute leben und wie viele Konflikt- und Krisengebiete es momentan gibt, der kann die Hoffnung schnell verlieren. Ob wir an das Säbelrasseln der Supermächte im Syrienkrieg denken oder an einen immer noch aktuellen Super-Gau in Fukushima, es schwebt ein Damoklesschwert über der Menschheit. Wer sagt, dass er davon nichts mitbekommt, der lügt entweder oder er träumt.

„Da haben die Dornen Rosen getragen…“ Deutsches Liedgut

Weihnachten selbst, ist eine Erfindung und kein religiöses Fest, das müssen wir einmal ganz ehrlich zugeben. Jesus hat dieses Fest nicht gefeiert und somit gehört es auch nicht zu den religiösen Exerzitien, die er seine Jünger und seine Gemeinde gelehrt hat. Jesus war ein eher ein Praktiker. Er hat keine Kirchen gebaut und keine Mitglieder verwaltet. Seine spirituelle Botschaft betraf den Alltag, er lehrte uns anhand von Gleichnissen und seinem eigenen Vorbild, wie sich gläubige Menschen richtig verhalten sollten um das Himmelreich zu erlangen. Es ist eine Botschaft, die viele Menschen annehmen können, auch solche die vielleicht mit Kirche oder Glauben an sich nicht so viel zu tun haben. Das ist die Kraft der Wahrheit – sie berührt das Herz des Menschen und erinnert ihn lediglich an sein Mensch-Sein.
Und dennoch, die Absicht an diesem Fest Jesus und seiner Botschaft zu gedenken, bewegt etwas in uns und verändert das Land und die gesamte christliche Welt für ein paar Tage im Jahr. Die Familien kommen zusammen. Es wird gesungen und vielleicht gebetet. Wo Streit war, versucht man sich zu versöhnen. Wer genug hat, erinnert sich in diesen Tagen daran, auch den weniger wohlhabenden etwas abzugeben. All das ist wie ein wunderbares Lebenszeichen, ein Beweis für die Existenz Jesu und seine Strahlkraft bis in die heutige Zeit. Sie führt uns zurück zu unserem Ursprung, in den Kreis unserer Lieben, zur Gemeinschaft und zur Versöhnung. Denn hier liegt der Same für den Weltfrieden. Es wird nicht Frieden zwischen den Nationen kommen und bis in die Familien hineingetragen werden. Der Same des Friedens ist in einem jeden Herzen verborgen. Und er wächst zuerst im Kreis der Familie. Sie ist der Nährboden. Gibt es Streit in den Familien, können wir keinen Frieden in der Welt erwarten. „Liebe Deinen Nächsten“ lehrte uns Jesus. Wenn wir dies nicht schaffen, ist jeder Wunsch nach Weltfrieden bloße Heuchelei. Von innen nach außen ist alles Wachstum. Eine gesunde Familie kann einen positiven Einfluss auf die Nachbarschaft und Umgebung ausüben. Ein harmonisches Zusammenleben in der Nachbarschaft bewirkt eine positive Atmosphäre in einem Stadtteil und so weiter…

„Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst.“Jesus

Hierin liegt die Essenz der Botschaft Jesu. Die Liebe zu Gott stellt er an die erste Stelle. Die Reihenfolge geht weiter mit der Liebe zum Nächsten, erst dann wird die Liebe zu uns selbst beschrieben. Jesus sagt auch nicht, liebe den nächsten Christen oder den nächsten Deutschen. Liebe Deinen Nächsten. Er war Vorbild darin unter die Menschen zu gehen und für diejenigen Fürsprache zu halten, die alle anderen fern vom Glauben wähnten. Den Zöllner, die Ehebrecherin. Der große Heilige Franz von Assisi prägte die Bedeutung des christlichen Verständnis in einer späteren Zeit und erinnerte mit seinen Aussprüchen und seiner Lebensweise an seinen hehren Ursprung:

„O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, daß ich Liebe übe, wo man haßt, daß ich verzeihe, wo man mich beleidigt, daß ich verbinde, wo Streit ist, daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, daß ich Licht entzünde, wo die Finsternis regiert, daß ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt, Herr, laß mich trachten, nicht daß ich getröstet werde, sondern daß ich verstehe, nicht daß ich geliebt werde, sondern daß ich liebe. Denn wer sich selbst vergißt, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer stirbt, der erwacht zum Ewigen Leben.“

Auch dies ist eine Botschaft, die über den Tellerrand des Christseins hinausgeht und zu der jeder Gläubige Mensch auf dieser Welt „Amen“ sagen kann. In diesem Sinne hat Deutschland als eines der stabilsten Länder der heutigen Zeit eine besondere Vorbildfunktion. Wir haben eine Verantwortung anderen zu helfen und materiell und spirituell für Schwächere da zu sein. Wir sollten unsere finanzielle Stabilität dazu einsetzen religiöse Grundsätze in die Tat umzusetzen. Wir brauchen keine Angst davor zu haben etwas abzugeben oder Flüchtlinge aufzunehmen oder Menschen anderer Nationen oder anderen Glaubens integrieren zu können. Darin müssen wir auf den Segen und Beistand des Schöpfers vertrauen. Wenn wir im Glauben handeln, wird er seine himmlische Unterstützung nicht fehlen lassen.

„Nur zwischen Glaube und Vertrauen ist Frieden.“ 

 (Friedrich Schiller 1759-1805, deutscher Dichter, Philosoph und Historiker)